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Trainingseinheit

Zampano Mann » Trainingstagebuch

09:53:41 Uhr

08:42:51 Std.

04:46:33 Std.

48.79 km

11.6 / 52.6 km/h

5:10/km / 1:08/km

1709 m

3221 kCal

Ausdauertraining

Radfahren

18.7 ° C

Trainingsbemerkung


AlpenX mit Silvio, 4. Tag.

Für die Beschreibung der gesamten Marvin Route s. die Informationen am 1. Tag.

Wir sind heute den 2. Teil der 3. Etappe dieser Route gefahren.

Von Steinach aus zurück auf dem Pfad folgen wir dem breiten Fahrweg, der sich nun ins Gschnitztal zieht. Man wechselt bei Trins die Talseite und fährt ab der Annakapelle wieder talauswärts. Nach etwa 1,3 km weist plötzlich und unvermittelt ein Warnschild für Mountainbiker auf eine technische Schwierigkeit hin. Für die nächsten 50 m soll man Schieben, weil eine Geländestufe steil im Wald in Kehren und Stufen angelegt ist. Bei sicherer Bikebeherrschung ist das aber alles fahrbar. Weiter geht der talauswärts führende Weg Richtung Steinach. Wir wenden uns vor Erreichen der großen Autobahnbrücke rechterhand Richtung Rodelbahn zur Bergeralm. Man passiert die Lifttrasse auf steilem Anstieg und schraubt sich in engen Kehren immer weiter nach oben. An der nächsten Weggabelung hat man die Wahl zwischen der Rodelbahn rechts Richtung Bergeralm (mehr Höhenmeter) oder der Abfahrt links zur Straße nach Außernösslach (mehr Teerstraße und schneller). An der Kapelle vorm Humlerhof teilt sich die Straße, wobei wir die linke, einfachere Variante befahren. Diese bringt uns nun ohne großen Höhenunterschied nach St. Jakob und weiter nach Vinaders.

Langer Anstieg zur Grenzkammstraße:

In Vinaders (1269 m) beginnt nach der Gaststätte links der Wiederaufstieg Richtung Kirche und Sattelbergalm. Für den nun folgenden Abschnitt über die Brenner Grenzkammstraße benötigt man gutes und stabiles Wetter, denn auf den kommenden 26 Kilometern (davon 11 km über 2000 m Höhe) gibt es kaum Schutz vor Schlechtwettereinbrüchen und nur vereinzelt Abfahrtmöglichkeiten. Bei unsicherer Wetterlage, Regen, schlechter Sicht, sollte auf die Höhenkammpassage aus Sicherheitsgründen verzichtet werden. Regen im Tal kann Schneefall in der Höhe bedeuten und inmitten eines Gewitters auf der Kammlinie eines Gebirgszugs zu stehen, ist nicht das, was man sich auf einem Alpencross wirklich wünscht. Die Alternative führt dann auf der Brenner Bundesstraße hinauf zum Brenner und auf italienischer Seite auf einem geteerten Radweg hinunter nach Gossensass und Sterzing.

Bei guten Voraussetzungen ist der folgende Abschnitt aber der Höhepunkt dieser Alpenüberquerung und jeden einzelnen Schweißtropfen wert, denn die aus miltärischen Gründen erbaute, aber niemals in kriegerische Aktion verwickelte Brenner Grenzkammstraße bietet auf eine Länge von 11 km ein Alpenpanorama, das seinesgleichen sucht. Bevor es soweit ist, kurbelt man auf der ansteigenden Teerstraße, die schon bald in Schotterbelag übergeht, 3,5 km hinauf zur Sattelbergalm (1633 m), noch auf österreichischer Seite. Hier kann man letztmalig eine Stärkung in der Gaststube einnehmen. Anschließend geht es weiter auf gutem Fahrweg, an der Weggabelung rechts und nach einem Kilmeter gelangt man an das Grenzgatter zu Italien, welches man wegen des Weideviehs wieder penibel zu schließen hat. Auf Südtiroler Boden geht es nun 300 m weiter, ehe sich der Weg erneut teilt und rechts zum Sattelberg hinauf führt. Nach weiteren 300 m erblickt man links vor sich das Gebäude der Sattelalm (1760 m), welches man rechts nun steil ansteigend auf merklich schlechterem Bodenbelag passiert. Ab hier zieht sich der Karrenweg 2 km und 300 Höhenmeter hinauf zum Sattelberg auf sehr steiler Trasse, in Kehren, teilweise schottrig, grasbewachsen und verfallen. Das Pedalieren ist mühsam, aber nicht unmöglich. In drei Viertelstunden ist man oben (fahrend oder schiebend, denn auch schiebend ist man nicht wirklich langsamer) und steht vor den Resten einer in den Berg gebauten Festung (2073 m), aus deren Löchern und Schießscharten die Murmeltiere ein fröhliches Pfeifkonzert veranstalten. Verfügt man über ein ausreichendes Zeitpolster und ist das Wetter entsprechend gut, kann man den nahen Gipfel des Sattelbergs (2115 m) zu Fuß besteigen und von dort die Wirkung des Panoramas noch erhöhen.

Ansonsten geht es nun auf panzerbreiter Naturstraße weiter in südliche Richtung, immer dem Kamm entlang. Einerseits zieht sich die Straße die nächsten 11 km ohne nennenswerten Höhengewinn und Verlust Richtung Steinjoch , Kreuzjoch und Flachjoch (2116 m), andererseits machen sich die geringen Steigungen in dieser Höhe durchaus bemerkbar. Charakterisiert ist diese Fahrt von spektakulären Aussichten über baumfreie Almen, auf denen Kühe und Pferde ohne Gatter weiden, vom Geschrei der Murmeltiere und von Aussichten über den Alpenhauptkamm. Gelegentlich erhascht man einen Blick von der Autobahn im Tal, deren Lärm kaum hier herauf dringt. Immer wieder passiert man Stellungen aus Beton, absurde Ruinen ohne jede kriegerischer Bedeutung. Am Hohen Lorenzen erreicht die Trasse mit 2200 m ihren höchsten Punkt, ehe unterhalb des Sandjöchls eine Kreuzung auf die nun die bevorstehende Abfahrt hinweist: Man kann auf der sicheren Seite den breiten Fahrweg linkerhand hinunter nach Gossensass nehmen. Nachdem man die ersten Almgehöfte am Giggelberg passiert hat, gelangt man auf eine neue geteerte Radwegtrasse nach Sterzing.

Übernachtet haben wir in Steindl´s B&B: Obwohl der Name Bed&Breakfast enthält, wurde das Frühstück extra berechnet, was wir erst beim Bezahlen erfuhren. Zudem wird mit neuem Hotel geworben, dafür ist jedoch ein anderer Preis zu zahlen. Geschlafen haben wir im alten Gebäude in kleinem Zimmer mit Schimmel im Bad, dafür ist der Preis viel zu hoch (45 €;) - Abzocke, Nepp, nicht empfehlenswert!

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